Gruppentherapie

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Aktuelles Gruppentherapie-Angebot

Ich möchte eine neue Gruppe mit 6-9 Teilnehmern gründen. Die Gruppentherapie ist eine reine Gesprächsgruppe. Sie  richtet sich an Selbstzahler, die Kosten können also nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Es handelt sich um eine ‚offene Gruppe‘, d.h. die Teilnehmer können mit der Zeit wechseln und Sie können bei einem freien Platz auch später noch hinzukommen.

Das Gruppentherapie-Angebot richtet sich an: Personen mit Beziehungsproblemen, wie bspw. sozialen Ängsten, Aggressionen, Scham - oder Selbstwertproblemen.

Die Gruppe kann entweder begleitend zu einer Einzel-Psychotherapie besucht werden, zur Vertiefung im Anschluss an eine Psychotherapie oder auch unabhängig von einer Therapie zur persönlichen Bearbeitung von Beziehungsstörungen.

Aufnahmeverfahren: Die Aufnahme in die Gruppe kann nach zwei Einzel-Vorgesprächen in meiner Praxis erfolgen. Bei den Vorgesprächen geht es darum, Ihnen die Gruppentherapie vorzustellen, Sie kennenzulernen und gemeinsam herauszufinden, wie passend und sinnvoll ihre Teilnahme an dieser Gruppe ist.

Termine: voraussichtlich Dienstags und Freitags 18.15 – 19.45 Uhr, Ort: Heidelberg (Zentrumsnähe)

Die Teilnahme umfasst 2 Termine die Woche für mindestens 1 Jahr. Denn es dauert oft eine Weile bis das gegenseitige Vertrauen aufgebaut ist und somit auch persönlichere Themen in der Gruppe frei besprochen werden können.

Kosten: Eine Sitzung (90 minütige Doppelstunde) kostet 30,- Euro. Ermäßigungen sind bei entsprechend finanzieller Situation vorgesehen. Bezahlt wird der ‚Platz‘ bzw. die ‚Möglichkeit‘ der Teilnahme, also auch bei Nicht-Erscheinen. Während meiner Urlaubszeiten und bei Krankheit meinerseits nehme ich natürlich kein Honorar.

Wenn Sie Interesse für eine solche Gruppentherapie haben, finden Sie hier meinen Kontakt.

 

 

Grundregeln:

Die Gruppe kann einen Raum bieten, über alles zu sprechen, was sie beschäftigt bzw. Ihnen spontan in den Sinn kommt (Offenheit).

Eine wichtige Voraussetzung für diese Offenheit ist, dass Alles was geäußert wird, auch in der Gruppe bleibt (Diskretion).

Damit die Themen alle innerhalb der Gruppensitzung selbst bearbeitet werden können, ist es sinnvoll, dass sich die Gruppenmitglieder nur innerhalb der Gruppentherapie treffen (Transparenz).

 

 

Wirkung der Gruppentherapie

Wie lassen sich psychische Symptome wie Depression, Zwänge oder soziale Ängste überhaupt verändern? Wie können wir die damit verbundene Ängste und inneren Konflikte, unsere Abhängigkeiten, Aggressionen oder Minderwertigkeitsgefühle im Leben bewältigen? Wir können psychische Symptome nicht einfach ‚abstellen‘ oder innere Konflikte ‚umprogrammieren‘. Was wir aber verändern können, das ist die Art und Weise, wie wir unser Leben vollziehen und das bedeutet im Wesentlichen: wie wir unsere Beziehungen gestalten.

Eine Gruppentherapie ermöglicht in besonderer Weise, Beziehungen zu verstehen und gelingender zu gestalten. Zu verstehen, wie unser Beziehungsleben von unbewussten Bedürfnissen, Ängsten und Konflikten geprägt ist. In der Gruppentherapie können die Teilnehmer den Anderen von ihren Beziehungen und Gefühlen berichten und sich deren Rückmeldung einholen. Die Teilnehmer erleben ganz konkret ihre aktuelle Beziehung zu den anderen Teilnehmern in der Gruppe und können dies gemeinsam analysieren. Psychotherapie ist hier kein abstraktes ‚Reden über‘, sondern gelebte zwischenmenschliche Praxis. Gruppentherapie ist sozusagen Therapie und Vollzug zugleich.

Im Alltag zeigen wir anderen oft nicht unsere verletzlichen oder sozial unerwünschten Seiten und erhalten so auch keine wertvollen Rückmeldungen dazu. Wenn die Gruppe miteinander Vertrauen aufzubauen vermag, schafft sie sich selbst einen Raum, in dem dies nun möglich wird. Einen Raum, in dem keiner ‚performen‘ muss, sondern auch Schwächen, Ängste und Konflikte gezeigt werden dürfen. Wo darüber hinaus erprobt werden kann, eigene Bedürfnisse einzubringen, sich abzugrenzen oder auch mal durchzusetzen.

In der Gruppentherapie können die Teilnehmer erfahren, wie sie eigene unbewusste Beziehungsmuster auf andere Gruppenteilnehmer bzw. die Gruppensituation übertragen. Wir alle neigen zu solchen "Übertragungen" vergangener Beziehungserfahrungen auf gegenwärtige Situationen.  Wenn wir diese subjektiven Übertragungen erkenenn, dann lernen wir auch besser zu verstehen, warum sich bestimmte problematische Beziehungsmuster im Leben womöglich oftmals wiederholen. Dieses Verständnis des "Unbewussten" ist ein erster wichtiger Schritt zur gelingenden Veränderung de Beziehungslebens. Dabei können in der Gruppe die Teilnehmer auch erfahren, wie andere Teilnehmer für sie bestimmte psychische Aspekte repräsentieren, die sie auch gerne hätten, sich selbst nicht erlauben, meiden oder auch verdrängen. Wie gehen Andere mit ihren Aggressionen oder dem Bedürfnis nach Anerkennung oder Halt um? So kann die Gruppe als Ganzes einen facettenreichen und lebendigen Raum bilden, in dem sich die Teilnehmer miteinander kontrovers auseinandersetzen, sich gegenseitig ergänzen und auch Halt geben können.

Über diese vielfältigen psychodynamisch-zwischenmenschlichen Dynamiken hinaus können die Teilnehmer zudem ein Verständnis für die Einzigartigkeit jeder einzelnen Person entwickeln. Sie erfahren, wie andere ganz anders mit ihren Aufgaben im Leben umgehen und wie sie womöglich grundlegend andere Werte verfolgen als sie selbst.

 

 

Zum Konzept dieser Gruppe

Die theoretischen Konzepte der Gruppenpsychotherapie sind schwer trennscharf voneinander zu unterscheiden. Ich vertrete eine "analytisch-orientierte Gruppentherapie", sofern diese den unbewussten Einfluss von sozialen Beziehungen in und außerhalb der Gruppe reflektiert. Weiter können in dieser Gruppentherapie aber auch existentielle Fragen, wie z.B. die Endlichkeit, Schuld und Verantwortung angesprochen werden. Dabei folge ich auch dem Konzept der "ambulanten Gruppenpsychotherapie" nach Irvin D. Yalom.

Prinzipiell kann psychische Störung wohl auch als eine Störung der Beziehungsgestaltung begriffen werden. Die klassische Psychotherapie geht davon aus, dass psychische Störungen durch ungünstige Beziehungserfahrungen in der Vergangenheit bedingt sind. In der analytischen Gruppentherapie und der Familien- bzw. Systemtherapie gibt es zudem den Ansatz, die psychische Störung von Einzelnen auch als Folge oder Ausdruck eines bestehenden Beziehungsgeflechtes zu verstehen. Der Einzelne kann in seiner psychischen Störung sozusagen ‚Symptomträger‘ eines kranken Familiensystems oder auch gesellschaftlichen Systems sein. Es wird dann darum gehen, diese zu verstehen und Beziehungen sinnvoller und selbstbestimmter zu gestalten. Sich von ungünstigen Beziehungsgeflechten zu emanzipieren. Wenn psychische Störungen vor allem durch zwischenmenschliche Erfahrungen bedingt sind, dann ist es nur folgerichtig, dass psychische Störungen auch durch neue, sozusagen ‚korrigierende‘, Beziehungserfahrungen überwunden werden können. In der Gruppentherapie kann hierzu der Anfang gemacht werden.